Choreografische Welten

Im Dezember 2019 präsentierte Renato Zanella, Leiter des Choreo Center Europe, im niederösterreichischen Schloss Thalheim sein Programm „Choreografische Welten“. Er lud zu einem außergewöhnlichen Ballettabend mit den international gefragten Choreografen und Solotänzern der Wiener Staatsoper Eno Peçi und András Lukács und dem Europaballett. Die Stargäste des Abends waren zudem die erste Solistin Maria Yakovleva sowie Pianist und Ballettkorrepetitor Igor Zapravdin.

Mit „Choreografische Welten“ gelang der künstlerischen Leiterin Anastasia Irmiyaeva ein fulminanter Auftakt für eine neue Serie für Ballett und Tanz auf Schloss Thalheim. Diese soll dem Genre in Niederösterreich mehr Bedeutung verleihen. Der Festsaal zeigte sich in einem ganz neuen Format, das eine besondere Atmosphäre auf die Gäste ausstrahlte. Getanzt wurde das Programm vom Ensemble des Europaballetts St. Pölten unter der Leitung von Michael Fichtenbaum, sogar Eno Peçi stand auf der Bühne. Die Präsidentin des Ballettclubs der Wiener Staatsoper, Ingeborg Tichy Luger, führte durch den Abend.

Weltumfassend und meisterlich musikalisch

Zanella, ehemaliger Ballettdirektor und Chefchoreograf der Wiener Staatsoper, hat sich auf internationalen Bühnen schon immer wohlgefühlt. Der italienische Star-Choreograph war unter anderem Ballettdirektor an der National Oper in Athen, danach in Bukarest und führte das Ballettensemble der Arena di Verona an. 2018 gründete er das Choreo Center Europe und schuf damit ein weltweit anerkanntes Ausbildungszentrum für junge Choreografen. Sein Programm ist ein Einblick in seine Welt der Choreografie: „‘Choreografische Welten‘ soll zeigen, wie unterschiedlich Choreografien und Choreografen sein können. Diese Kunst entwickelt sich sehr schnell, technisch wie auch stilistisch. Es ist mir ein Anliegen, sie so gut wie nur möglich zu unterstützen und zu fördern“, sagt Zanella. Ins Team holte er sich András Lukács und Eno Peci, beide bekannte Choreografen und Solisten der Wiener Staatsoper. Zanella selbst interpretierte die beliebten Werke „Adagietto′′ von Gustav Mahler sowie „Boléro“ von Maurice Ravels – mit Florient Cador erstmals von einem Mann getanzt.

Eno Peci im Duett mit Maria Yakovleva

Eines der Highlights war „Opus 25″ zur Musik von Chopin, choreografiert und getanzt von Eno Peçi im Duett mit Solistin Maria Yakovleva. Musikalisch begleitet wurden die beiden vom berühmten Pianisten Igor Zapravdin. Der Solotänzer des Wiener Staatsballetts hinterließ außerdem mit „Deja vu“ Spuren in der Gefühlswelt der Zuseher. Beim ungarischen Choreografen und Solotänzer András Lukács erwarteten das Publikum ästhetische Einfachheit und raffinierte Eleganz. Das Programm beinhaltete auch zwei seiner eigenen Werke, „Whirling-Pas de deux“ zur Musik von Philip Glass und „Duo“ von Max Richter, die vom Ensemble des Europaballetts dargeboten wurden. „Ich versuchte stets, mehr Kreativität in die Klassik einfließen zu lassen. Es geht um die individuelle Handschrift der Choreografen, die die Stücke so interessant machen“, so Zanella zu seinem Werk.

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